Hyper, alte Kotschleuder!

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Als ich gerade den Titel dieses Blogeintrags tippte, stellte ich ihn mir von dieser gepresst-reißerisch pseudolustigen Stimme eines Lachsackes kurz vor dem Bersten vorgetragen vor, die früher bei „TV total“ immer als Off-Moderator in den Einspielern zu hören war: „Hyper, alte Kotschleuder!“ Dieser ominöse Off-Kommentator – ich habe mal gelesen, dass es bis heute nicht bekannt ist, wer das eigentlich immer war – klingt in meinen Ohren gerade so penetrant vertraut nach, wie ein alter Studienkollege, den man aber glücklicherweise gar nicht real in seinem Studium kannte – was wiederum gut ist, denn sonst hätte er einem nach dem zweiten Bierchen unweigerlich ein niemals endendes Brillantfeuerwerk von Flachwitzen um die Ohren geschmettert… Im stereotypenreichen Mikrokosmos diverser Büros soll es diesen Menschentypus auch verbreitet geben.

Eigentlich wollte ich mit diesem Aufhänger nur kurz anreißen, dass die Erkältung zwar gefühlt schon Sonntag ihren Zenit erreichte, aber mich dann heute am Montag (für mich ist auch bei einem nach Mitternacht verfassten Eintrag immer noch heute; also genau genommen gestern bzw. Montag) mit pseudolustigem High-pressure-Detonations-Durchfall gleich dreifach erfreut hat, was in der forschen Eintragsverkündung in die Blogsphäre hinein tatsächlich einer Pro7-Plärrstimme würdig wäre! Auch wenn es natürlich – hoffentlich! – keinen interessieren dürfte… Aber immerhin ist es einer der Gründe, aus denen ich innerhalb der letzten Tage weniger „Legedruck“ beim Bloggen verspürte. Aber dafür dann anderswo – muhahahaha! (siehe Lachsack, oben – Pro7-mäßig…)

Ein weiterer zusätzlicher Grund war, dass ich in den Wochenendnächten zur üblichen Blogzeit alle Folgen der 7. Staffel von „Game of Thrones“ angeschaut habe. Über die HBO-Serie „Game of Thrones“ könnte man natürlich ellenlang bloggen, aber ich lasse das mal besser bleiben, denn so oder so haben Zeitungsschreiberlinge in den vergangenen Jahren bereits alles dazu kommentiert, was technisch möglich ist – und das teils auch entschieden besser, als ich es könnte. Außerdem weiß ich, dass diese Serie ganz schön polarisiert, d.h. sie wird geliebt oder abgelehnt – meistens übrigens von jenen, die sie gar nicht gesehen haben. Von Inorbit weiß ich zum Beispiel, dass er keine Fantasy mag, sondern nur seine Superhelden-Comics gelten lässt. Philomena ist da auch ähnlich, bei ihr ist das präferierte Film-Sujet jedoch Science-Fiction. Fantasy fand sie eher furchtbar (langweilig), sie ärgerte sich beispielsweise über J.R.R. Tolkiens Meisterwerk, den „Herrn der Ringe“, weil dort in ihren Augen nur ausuferndes „Gelatsche, Gegesse und Geheule“ vorkommt… Mittlerweile habe ich sie aber diesbezüglich umgestimmt: Nachdem ich ihr (die ersten zwei, oder drei Staffeln bereits kennend) „GoT“ ans Herz gelegt hatte, wurde sie auch zum glühenden Fan von Daenerys Targaryen, Tyrion Lennister, Arya Stark und Jon Schnee. Ich finde es immer noch bemerkenswert, wie sich hier Tricktechnik- & Ausstattungsbombast, ein Ausnahme-Soundtrack, wildes Gemetzel und recht handfeste Erotik mit einer selbst einem emotionalen Klotz wie mir oft tief zu Herzen gehenden, erzähltechnisch extrem ausgeklügelten Geschichte vermählen, die dazu noch vor shakespearescher Dramatik und dostojewskihafter Darstellungstiefe der Charaktere nur so strotzt! Ich war einst schon Fan der HBO- & BBC-Serie „Rom“ und spätestens, nachdem die ersten Kritiker schrieben, „GoT“ würde mit „Rom“ nicht nur vergleichbar sein, sondern dieses noch toppen, musste ich mir die erste Staffel besorgen…

Apropos „Game of Thrones“: Vor einiger Zeit machte ich auf „Bento“, jenem unsäglichen Wurmfortsatz von „Spiegel-Online“ für ein smartphone-verblödetes, vor gutmenschlicher Betroffenheit triefend eier- & orientierungsloses U30-Publikum (das nicht so genau weiß, auf welche von drei möglichen Toiletten es gehen soll), einen dieser dort beliebten Ankreuztests. Mir fällt gerade zwar fast ein Zacken aus dem Krönchen, dass ich mich hier als Bento-Besucher oute, denn die sich gerne mit Ratgeberthemen aus der Dr. Sommer-Fickkiste schmückende, unreflektiert-linksliberale Meinungsvorkau-Posaune Bento ist fast noch widerwärtiger, als die „Huffington Post“, die sich wenigstens an ein graduell weniger degeneriertes Publikum richtet… Aber dem ungeachtet nun zum Mitmach-Test (den Ihr hier findet): Bei diesem Test geht es konkret darum, welcher Charakter aus „Game of Thrones“ man am ehesten wäre… Erstaunlich, was die da für gute Küchenpsychologie-Algorithmen integriert haben, denn das (auch bei mehrfachem Ausfüllen mit zeitlichem Abstand immer gleich lautende) resultierende Ergebnis überzeugte mich sofort – ich bin Lord Petyr Baelish! Sehr treffend, finde ich. Erschreckend treffend sogar… (Wer würdet Ihr eigentlich in der Serie sein, werte Leser?)

Wo wir nun gerade bei Game of Thrones-Vergleichen sind, möchte ich noch am Rande etwas erwähnen, das ich eigentlich gar nicht richtig berichten kann, denn anderenfalls würde ich die Betroffenen aus dem Schutz der Anonymität zerren, weil sie zumindest Leuten aus meinem Geburtsort kraft einer gewissen dortigen Semiprominenz bekannt sein könnten. In den letzten Tagen nahm der Streit zwischen meiner Mutter einerseits, und einer zumindest in „Graustadt“ sehr mächtigen Dame andererseits, dramatisch an Fahrt auf! Diese biestig-arrogant selbstüberzeugte Dame ist gleichermaßen stolz und stur, wie reich und auch erfolgreich und weist eindeutig trumpsche Charakterzüge hinsichtlich eigener Weltwahrnehmung und der Größe ihres Egos auf. Viele Leute mutieren beim Aufstieg in den gesellschaftlichen und finanziellen Olymp unweigerlich zu ausgemachten Arschlöchern. In der Regel haben sie aber schon die Arschlochanlage in ihren Genen – sonst würden sie womöglich gar nicht erst so weit kommen. Jedenfalls ein ehrgeiziges, erfolgsgewohntes Biest auf der einen Seite der Arena. Auf der anderen dann meine Mutter, eine ebenfalls sehr sture Frau. Zwar eine gute Dekade älter, umgänglicher und sehr viel konsensfähiger und -williger (sonst wäre sie bestimmt nicht die im Vergleich „coolere“ Lieblingsoma ihrer Enkelkinder), anderseits aber auch knallhart in der Sache, einer geschliffenen Sprache mächtig, die mit nur einem Treffer versenken kann, dazu stets außerordentlich akribisch organisiert und nötigenfalls mit einer unverrückbaren Betonkopf-Beharrlichkeit gesegnet. Diesbezüglich schließt sie nun im fortschreitenden Alter sogar langsam zu ihrer eigenen Mutter auf: Meine Großmutter war sogar noch sturer – ihre Sturheit war legendär! Mir fällt gerade auf, dass meine Oma und meine Mutter vermutlich der Grund sind, weshalb ich es später oftmals mit sehr sturen Frauen zu tun hatte und auch gut mit diesen umgehen konnte, bzw. mir deren Sturheit stets auf gewisse Art sogar ein bisschen behaglich war – sei es bei meiner Ex Giulia, oder hier im Haus „Zweieichen“ mit Philomena… Mein Kumpel Rudi hingegen hält mich schon seit langen Jahren für einen Masochisten, weil ich mich mit solchen Weibern ab- & umgebe! Zurück zu den beiden Streithennen und „GoT“: Angesichts der mir in letzter Zeit zu Ohren gekommenen Verlaufsdetails dieses langsam epifizierenden Streites und der in diesem zum Tragen kommenden jeweiligen persönlichen Taktiken und Strategien, musste ich bei den beiden unweigerlich an Cersei Lennister und Olenna Tyrell denken. Wobei meine Mutter Lady Olenna ist. Schmunzeln musste ich dann aber vor allem, als mir Philomena verriet, dass ihr genau diese gleiche GoT-Assoziation angesichts der beiden in den Sinn gekommen ist. Sie dachte auch gleich an die eiskalte Regentin von Königsmund und an die alte, oft sehr schlagfertige Lady aus dem Haus Tyrell…

Jetzt aber genug! Einerseits wollte ich ja gar nicht so ausführlich auf die Fantasy-Serie eingehen und andererseits ist das hier inzwischen wieder ein einziger Salat aus Abschweifungen geworden! Mal wieder wortgewaltig über annähernd rein Garnichts geredet! Hyper, alter Schnatterer! Verbale Kotschleuder (bemühter Titelbezug nochmals kurz vorm Blogeintragsende)…

Nochmals ein abrupter Themenwechsel, scharf herumgerissen wie ein Flugmanöver von Daenerys‘ Drachen: Milou. Die geschätzte Mitbloggerin hat in ihrem aktuellen Eintrag ein Bild eines überquellend mit Sonnenblumen bestückten Dresdener Plattenbaubalkons gepostet, das für sie „Hoffnung“ ausstrahlt… Auf dieses Bild möchte ich schnell noch mit meinem Foto antworten, das ein Vogelhäuschen an einer Grazer Fassade zeigt und dem ich einst den Titel „Endstation Sehnsucht“ verpasst habe:

Endstation Sehnsucht

Hypermentale Grüße an alle Leser und Abonnenten!

7 Gedanken zu “Hyper, alte Kotschleuder!

  1. Ich hatte mal beim Shoppingsender oft mit so nem unerträglichen Spaßvogel Schicht. Der hat im Minutentakt dümmliche Witzchen gerissen und ständig aus den „Bully Parade“ zitiert und dann über seine eigene Scheiße lauthals gelacht. Ich war immer ziemlich konsterniert, wenn ich gesehen habe, das ich mit dem Schicht habe. Game of Thrones würde ich mir sogar probeweise mal ansehen, das gibt es bei Netflix aber nicht. Allerdings hasse ich Fantasy. Das ist was für Eso-Trullas.

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  2. Ich mochte Petyr. Und bei dem Test ist bei mir leider Daenerys herausgekommen, die Figur, die mir am wenigsten gefällt. Die normale Fantasy für „Eso-Trullas“ mag ich auch nicht, aber GOT ist halt anders als der Durchschnitt. Ich wäre lieber Tyrion…

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  3. GoT rangiert in den Top 3 meiner Lieblingsserien. Obwohl ich auch kein Fan von High Fantasy bin. Aber ist ja eher eine Mittelalterwelt und bis auf die Drachen und Wanderer und Chararkteren wie Melisandre ist da ja nicht soviel Phantastisches zu finden.

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  4. Ich scheitere schon an der ersten Frage (Mit wem schaust du GoT). Die Möglichkeit „gar nicht“ gibt es nämlich nicht. 😉 Nein, ich hab’s durchgespielt und ähnele wohl Daenerys. Eine tolle Beschreibung von Bento ist das übrigens! Viele Grüße!

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