Hypermentales Luftkissenboot

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Meine Erkältung verläuft glücklicherweise nicht so schwerwiegend, wie das vormals öfters schon der Fall war. Neben leichtem Husten und morgendlicher Verschnupftheit, äußert sie sich momentan vorwiegend in Verdauungsbeschwerden mit leichtem Übelkeitsgefühl und mehrmals täglich auftretenden Durchfällen. Doch diese können auch andere Gründe haben, denn eigentlich ist salopp gesagt „meine Verdauung immer im Arsch!“ (was für ein blödsinniges Wortspiel – ich weiß…) Reizdarmsyndrom, fettstoffwechselstörungs- oder medikamentennebenwirkungsbedingt degenerierte Darmflora – keine Ahnung, was da so ganz genau im Argen liegt. Müsste deshalb eigentlich zu irgendwelchen Fachärzten gehen, aber mein exorbitant hoher Selbstbeteiligungsanteil, mit dem ich meine horrenden Privat-Krankenversicherungskosten halbwegs zu deckeln versuche, lässt mich davor bislang zurückschrecken…

Aber irgendetwas ist da ganz gewaltig faul – hoffentlich fault da nichts gewaltig vor sich hin? Ich war vor einer ganzen Weile mal bei einem Medizinprofessor zur Kontrolle meiner Halsschlagaderablagerungen (meine Fettstoffwechselstörung führt da leider fast zu Phänomenen, die an die berüchtigten Fettberge in den Kanalisationsrohren Londons erinnern), der gute Mann ultraschallte dann pflichtbewusst auch ein wenig weiter südwärts und äußerte angesichts meiner Kaldaunen erstaunt: „Unglaublich! Ich habe bisher noch bei keinem anderen Patienten dermaßen viel Luft im Darm gesehen!“ Meteorismus! Unergründliche Weiten des Bauchraums voller fantastischer Flatulenzen! Ob es daran liegt, dass ich aufgrund meiner guten Kinderstube oftmals die Fürze verhalte?

Jedenfalls kam mir schlagartig die erleichternde Erkenntnis: „Hyper, du bist ja gar keine fette Sau, sondern nur scheinschwanger!“ Manchmal sieht das tatsächlich so aus, als ob ich mindestens im 8. Monat sei… Mich hatte es schon immer gewundert, dass ich manchmal ganz normalgewichtig aussah, mit eher flachem Bauch, der mich beim Wiegen noch Zehen und Gemächt  erkennen ließ – dann hingegen plötzlich, kaum signifikant schwerer, wie Meat Loafs Zwillingsbruder… Das ist doch nicht normal! Mit einem Maßband von Philomena habe ich einmal nachgemessen, dass mein Bauchumfang innerhalb weniger Stunden um bis zu 18 cm variieren kann. Meine etwas modebewussteren Leserinnen können sich gewiss sehr gut vorstellen, wie viel Unterschied 18 cm Umfangsmaßvarianz sind!

Darmspiegelungen ergaben keinen Befund. Dafür ist die Leber verfettet und recht stark vergrößert. Manchmal zwackt auch die Bauchspeicheldrüse… Auf Gluten- und Milcheiweißunverträglichkeit wurde ich zwar negativ getestet, aber ich weiß aus eigenen Versuchsreihen, dass ich oft größere Verdauungsprobleme bekomme, wenn ich besonders fetthaltige Speisen und vor allem Milch- und Ei-Produkte konsumiere. Die sind eh schlecht für meinen zum Hochschießen neigenden Cholesterin- und Triglyzeridspiegel. Zuviel Brot und Getreideprodukte scheinen auch eher negativ zu wirken. Deshalb esse ich zum Frühstück inzwischen überwiegend Maiswaffeln als Brotaufstrichträger und inhaltsstoffreduziertes Diätknäcke, das ähnlich ausschaut, zerbröselt und schmeckt wie Polystyrol-Platten… Nützt alles nicht – mir zerreißt es andauernd schier die Schläuche!

Gerade jetzt, wo ich erkältet bin, ist das wieder besonders schlimm. Außerdem habe ich auch noch andauernd Sodbrennen. Kann nachts kaum schlafen deshalb. Letzte Nacht auch nur zwei Stündchen. Was aber auch daran lag, dass ich heute unchristlich früh raus musste, weil ich einen Autowerkstatt-Termin in „Graustadt“ hatte. Immer hat die neue Limousine etwas zu plärren: Diesmal verlangte sie einen Bremsflüssigkeitscheck! Und dann ist auch noch das Abbiegelicht vorne links defekt… Ich dachte anfangs, damit wären die Blinker gemeint, aber es ist etwas anderes, denn der Hobel hat zusätzlich zum adaptiven, mitlenkenden Kurven-Xenonlicht noch sogenanntes „Abbiegelicht“! Je mehr Schnickschnack, desto mehr kann auch kaputt gehen… Eigentlich müsste man einen alten Lada fahren! Der Erlös des im letzten Sommer vertickten Sportcoupés ist jedenfalls schon mehrfach durch die Werkstattkosten des Nachfolgers aufgebraucht…

Immerhin konnte ich mir – da ich eh schon einmal in „Graustadt“ war – dort Sushi zum Frühstück holen… Morgen kann ich meinen Wagen dann auch wieder dort abholen. Habe bis dahin das alte Auto meiner Mutter ausleihen können.

13 Gedanken zu “Hypermentales Luftkissenboot

  1. Wozu brauchst Du ein Auto? Einfach mit dem Luftkissenboot rumdüsen. Müsste doch bei Dir perfekt gehen. Stell mir grad Philomena auf Deinem Rücken vor, Du mit 120 Sachen auf der Autobahn…. 🙂 Nur solltest Du da grad keinen Durchfall haben…

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  2. Ihr seid doch noch alle jung. – Ich weiß noch, dass – als ich 54 war – da war ich noch nie beim Arzt gewesen. Hatte nicht mal einen Hausarzt. Hatte mich bis dahin auch nie mit dem Thema „Krankheit / Gesundheit etc.“ beschäftigt. Und ich weiß noch, dass ich damals die horrenden Kosten für unser Gesundheitssystem und die Krankenkassenbeiträge (egal, ob privat oder gesetzlich) vorne und hinten nicht nachvollziehen konnte. Ich konnte die Zahlen damals nicht glauben. Nach meinen Berechnungen mussten wir demnach ein Volk sein, dass nur aus Kranken besteht. Aber heute weiß ich: Meine Berechnungen waren richtig. Wir sind ein Volk voller Kranker (Ich bin ja selber in den letzten paar Jahren öfter beim Arzt gewesen als in all den Jahrzehnten zuvor)

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    • Du hast eine beneidenswerte Gesundheit, wenn du bis zum 54. Lebensjahr nie einen Arzt gesehen hast. Allein wegen der Vorsorgeuntersuchungen bin ich seit jungen Jahren jedes Jahr bei verschiedenen Ärzten und dazu kommen jetzt so langsam auch die Alterszipperlein 😦

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